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Audio & Hifi
Allgemeines und technische Beschreibung
Um reproduzierte Musik daheim oder unterwegs zu hören, bedarf es prinzipiell drei
Komponenten:
Quellsignal: Damit sind alle Signalempfangs- und Tonträgerabspielgeräte gemeint, also
Schallplatte, Tonband, CD, Festplatte, Radio-Empfänger usw. Die digitalen Quellen
lösen zusehends die analogen Quellen ab. Dies begründet sich vor allem auf dem
höheren Bedienkomfort digitaler Quellen und der besseren Klangqualität in den
niedrigeren und mittleren Preisklassen. Als Top-Signalquellen lassen sich – nicht
unbestritten – die Schallplatte, die SACD (Musik-DVD) und die Festplatte ausmachen.
Signalaufbereitung und -Verstärker: Der Begriff Verstärker wird oft als Sammelbegriff
für Vor-Vorverstärker (Entzerrer für Plattenspieler), Vorverstärker (Anwahl der
Signalquelle), Klangregelnetzwerk (auch Equalizer, Aufbereitung durch
Klangbeeinflussung) und Endstufe verwendet. Verstärker findet man im Discman (als
IC-Verstärker) bis hin zu in allen Einzelteilen aufgetrennte Komponententürme.
Lautsprecher: Sie wandeln die Signale in akustische Schwingungen, die wir als Musik
hören. Auch die Dimensionen der Lautsprecher können sehr variieren. Dazu gehören zum
Beispiel Kopfhörer, Mehrkanalsysteme, Standboxen und Lautsprecherwände.
Die Darstellung zeigt, dass alle Komponenten in einem kleinen Gehäuse (z.B.
MP3-Player) Platz finden können, andererseits eine fast unvorstellbare Auftrennung
der Geräte möglich ist, etwa Plattenspieler, bei denen Laufwerk und Tonarm getrennte
Gehäuse benutzen.
Leider wird noch viel zu oft an der Qualität der Kabel (Cinchkabel zwischen den
Komponenten, Lautsprecherleitungen) gespart, die entscheidend für die Klangqualität
verantwortlich sind.
Die Ausrüstungen für DJs und Tonstudios unterliegen völlig anderen
Qualitätsmaßstäben. Komfort und Klangqualität treten beim DJ hinter der
Dauerbelastbarkeit zurück. Tonstudios verwenden extrem hochwertige und
dauerbelastbare Geräte.
Trends und Entwicklungen
Kaum ein Bereich des täglichen Lebens hat sich in den letzten 50 Jahren derart häufig
und schnell gewandelt, wie die Unterhaltung durch Musik. Doch die große Blütezeit der
Hifi-Industrie ist wohl vorbei. Seitdem hat sich der Markt vor allem vom Stationären
zum Mobilen und vom Analogen zum Digitalen gewandelt. Dies wurde durch neue, kleinere
Speichermedien möglich.
Heute ist nicht mehr die Mehr-Komponenten-Anlage im Rack als Mittelpunkt eines Raumes
„in“, sondern das MP3-Handy im Park, das die Musik unzähliger Speichermedien (z.B.
CDs) mitführt.
Der „Hifi“-Klang (gesprochen Heifi von amerikanisch High Fidelity = hohe
Wiedergabetreue) nimmt an Bedeutung ab und tritt hinter die Kaufargumente
Bedienbarkeit, Mobilität, Kompatibilität zur Video-Anlage und unmittelbare
Verfügbarkeit vieler Musikstücke zurück.
Kaufberatung
Zur Blütezeit der Hifi-Industrie gab es unter den Musikliebhabern ein ungeschriebenes
Gesetz, wonach bei einer Stereoanlage die Lautsprecher so teuer sind wie der „Rest
der Anlage“. Wenn diese Aussage auch sehr vage ist, da die Preise von Geräten
innerhalb einer Leistungsklasse laut Testberichten diverser Fachzeitungen sehr weit
auseinandergehen, so kann dieses Statement doch eine Orientierungshilfe in den
mittleren und gehobenen Preisklassen sein. Lautsprecher sind bekanntlich das
schwächste Glied in der Kette. Kopfhörer sind hier ausgenommen; ihnen fällt es
relativ leicht, einen guten Klang zu erzeugen, da sie keine Luftmassen bewegen
müssen. Kopfhörer für rund 200 bis 400 Euro erreichen eine Klangqualität von
Lautsprecherboxen für 5000 bis 15.000 Euro. Allerdings ermöglichen Kopfhörer
prinzipbedingt keinen voluminösen Raumklang.
Die größten Schwierigkeiten, die Lautsprecherboxen zu bewältigen haben, sind der
Bassbereich und die harmonische Klangentfaltung über den gesamten Frequenzbereich.
Für ein gleichlautes Hörempfinden verbraucht der Hochtonbereich etwa 10%, der
Mitteltonbereich 20% und der Bassbereich 70% der Verstärkerleistung. Trotz vieler
technischer Tricks, etwa der zentrierte Tiefbass (sehr tiefe Töne kann das
menschliche Ohr nicht orten, daher reicht ein Lautsprecher), zeigen nach wie vor
große Standboxen die besten Höreigenschaften im Hifi-Bereich. Allerdings sollten
Boxen der Raumgröße angemessen sein. Um einen Tiefton von 80 Hz sauber als Ton (nicht
als Brummen oder Dröhnen) hören zu können, braucht es etwa eine Raumgröße von 20qm.
Der Frequenzbereich unter 100 Hz macht oft nur einen geringen Teil der Musik aus
(Bassinstrumente, Orgel), vermittelt aber einen voluminösen Raumklang und benötigt
nicht nur entsprechende hochwertige Lautsprecher, sondern auch leistungsstarke
Verstärker.
Mit wenigen Ausnahmen sind Kompaktanlagen vor allem Einsteigergeräte, deren
Preis-Leistungs-Verhältnis oft bescheiden ist. Die musikalischen Klangqualitäten von
Einsteiger-Kinoton-Mehrkanalanlagen unter 500 können mit denen von Hifi-Anlagen nicht
mithalten.
Bei MP3-Playern sind nicht nur Qualität und Ausstattung zu beachten, sondern auch die
Bedienbarkeit einer Datenbank mit zig- tausend Musikstücken.
Aktuelle Situation
Der ehemals große Markt für Musik reproduzierende Geräte hat sich aufgeteilt. Der
DVD-Player unterm Fernseher spielt auch CDs und MP3s. Im Computer werden Musikstücke
für Handy und MP3-Player gesammelt und aufbereitet. Die Musik, die früher ganze
Regalwände in Form von Schallplatten, Audiokassetten oder Tonbändern füllte, findet
heute Platz auf einem kleinen Speicherchip.
Tipps zum Produktbereich
Um sich über seinen eigenen Bedarf an Klangqualität im Klaren zu werden, bieten sich
Hörvergleiche der anvisierten Preisklasse mit billigeren und teureren Geräten an.
Effekthascherei betreiben einige Hersteller mit Leistungsgaben von Verstärkern und
(Aktiv-) Lautsprechern. Die einzige international vergleichbare Angabe für
Verstärkerausgangsleistung und Lautsprecherbelastbarkeit ist „rms“. Ein Vergleich der
Leistungsangaben ist ungenau (unterschiedliche Messverfahren), aber in etwa stehen
für 10 Watt rms 50 bis 150 Watt Sinusleistung, 150 bis 1000 W Musikleistung und 1000
bis 10.000W Impulsspitzenleistung oder PMPO. Die letztere Angabe wäre nicht
widerlegbar, aber dennoch unglaubwürdig.